ADR-News

ADR-Klauseln in Verträgen als Wegweiser im Konflikt

In der ZKM 2/2018, S. 48 ff. ist ein interessanten Beitrag von Andreas Schmitz-Vornmoor über rechtlich unverbindliche Vertragsklauseln als Wegweiser im Konflikt erschienen. Der auch für Jurist*innen ungewohnte Blick auf Vertragsbestandteile, die bewusst ohne Rechtsbindungswillen formuliert werden, lohnt sich, enthalten doch derartge Absichtserklärungen und Verfahrenshinweise auch ohne Bindung ihre Wirkung und können Raum für eine verhandlungsbasierte Konfliktlösung schaffen.

Inhalt:
A. Vertragsgestaltung und alternatve Konfliktbearbeitung
I. Zum Verhältnis von Recht und alternatver Konfliktbearbeitung
II. Typische Zeitpunkte für Vertragsgestaltung
B. Funkton und Bedeutung rechtlich unverbindlicher vorsorgender Vertragsklauseln
C. Musterformulierungen
I. Allgemeine Hinweise
1. Juristsche Präzision beim (fehlenden) Rechtsbindungswillen
2. Sprachliche Freiheit im Übrigen
II. Musterformulierungen für den Umgang mit Konflikten
1. Einleitung: Mögliche Konflikte ansprechen
2. Den Vorrang von Verhandlungen betonen, gemeinsame Werte benennen
3. Verfahrenshinweise
4. Rechtliche Unverbindlichkeit
D. Fazit

Aufbaukurs 2017/18 : erfolgreicher Abschluss

Am 27./29. April 2018 fand das letzte Seminar und Kolloquium des Aufbaukurses 2017/18 statt. Die Absolvent*innen des Aufbaukurses präsentierten zum Abschluss der 1,5 jährigen Ausbildung (Grund- und Aufbaukurs, insg. 220 Std.) ihre Lernerfahrungen und Projekte rund um das Thema Mediation und Konfliktmanagement. Die Themen waren vielfältig und hoch interessant, z.B. Konfliktmanagementsysteme im Unternehmenskontext, Konfliktmanagement in komplexen Projekten, Mediation im Kontext der Unternehmensnachfolge, Mediationselemente innerhalb von Mobbinginterventionen,  Konstruktivismus und Mediation, Mediation in Schulen, Voraussetzungen für einen effektiven Verlauf einer interkulturellen Mediation, Mediation im ASD?, Entwicklung von Umsetzungsschritten für die eigene Mediationspraxis u.v.m. Als Gast nahm die us-amerikanische Mediatorin Narineh Karapetyan (Harvard Negotiation & Mediation Projeject) teil und gab einen ersten Einblick in ihre Ausbildungs- und Forschungsarbeit. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Kolloquiums feierten die Absolventinnen noch in einem informellen Rahmen bei einem Glas im Cafe Mezzo.

Wie lösen Unternehmen Konflikte? – Neues Forschungsprojekt

Wie lösen Unternehmen Konflikte? Diese Frage stellt sich das Instituts für Vertragsgestaltung und Konfliktlösung (IVK) der Frankfurt University of Applied Sciences in Frankfurt/Main in einem neuen Forschungsprojekt.

Gemeinsam mit der IHK Frankfurt am Main untersucht das IVK, wie Unternehmen mit Konflikten umgehen und sie lösen. Zu diesem Zweck hat das IVK gemeinsam mit Forschungspartnern eine Online-Umfrage konzipiert. Die Teilnahme ist unter www.ihkfra.de/streit möglich. Mit dem Forschungsprojekt sollen auf wissenschaftlicher Basis praxisorientierte Lösungsansätze für die Bereiche Konfliktbewältigung und außergerichtliche Streitbeilegung erarbeitet werden. Dabei sollen auch erste Erfahrungen mit Verbraucherstreitbeilegungsstellen berücksichtigt werden.

(Quelle: Institut für Vertragsgestaltung und Konfliktlösung (IVK), Frankfurt University of Applied Sciences, Frankfurt/M.)

Zu bisherigen Forschungen insb. des Instituts für Konfliktmanagement an der Viadrina, Frankfurt/Oder siehe → Konfliktmanagement deutscher Unternehmen hat sich schrittweise professionalisiert

.

Roland Rechtsreport 2018 unterstreicht Bedeutung der Mediation

Der neue ROLAND RECHTSREPORT 2018 unterstreicht die hohe Bedeutung der Mediation (nachfolgend lesen Sie einen Auszug des Berichts 2018, S. 22 ff.)  :

Auch wenn der Anteil der Bevölkerung, die persönliche Erfahrungen vor Gericht gemacht haben, recht groß ist, wäre es ein Trugschluss anzunehmen, die deutsche Bevölkerung sei besonders prozessfreudig oder ausgesprochen gern vor Gericht. Vielmehr haben bereits die vorangegangenen ROLAND Rechtsreporte zeigen können, wie attraktiv der Bevölkerung alle Formen und Möglichkeiten der außergerichtlichen Einigung erscheinen. Eine Möglichkeit der außergerichtlichen Einigung undeine Alternative zu herkömmlichen Gerichtsverfahren bietet die Mediation. Vereinfacht kann die Mediation als Verfahren beschrieben werden, indem zwei Streitparteien mit Hilfe eines unabhängigen Vermittlers, eines sogenannten Mediators,gemeinsam versuchen, zu einer Konfliktlösung zukommen.

Die Mediation als Instrument der Streitbeilegung ist in Deutschland noch relativ jung. Erst Anfang der 1990er-Jahre wurde dieses Verfahren in Deutschland diskutiert und empirisch evaluiert. Nachdem einige Gerichte bereits ab dem Jahr 2002 Mediationsverfahren angeboten hatten – die jedoch zumeist noch von den Gerichten selbst durchgeführt wurden – etablierte sich die außergerichtliche Mediation spätestens mit dem Inkrafttreten des sogenannten Mediationsgesetzes im Jahr 2012, das erstmals eine umfassende gesetzliche Regelung für die außergerichtliche Mediation bot.

Mehr lesen »

Kriminalprävention durch Restorative Justice – Evidenz aus der empirischen Forschung

In dem von M. Walsh et al. [Bundesministerium des Innern/Nationales Zentrum für Kriminalprävention] herausgegebenen Handbuch „Evidenzbasierte Praxis in der Deutschen Kriminalprävention – ein Leitfaden für Politik und Praxis“ (Berlin 2018) ist ein neuer Beitrag von Prof. Trenczek und Prof. Hartmann erschienen: Kriminalprävention durch Restorative Justice – Evidenz aus der empirischen Forschung

Mediationsausbildung erfolgreich mit Hochschulzertifikat beendet

Im Rahmen der vom Steinberg Institut (SIMK) in Kooperation mit der Hochschule Hannover (ZSW) und der Waage Hannover/Waage Institut durchgeführten berufsbegleitenden Mediationsausbildung können die Teilnehmerinnen bei Anfertigung einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit zusätzlich zur normalen Ausbildungsbescheinigung auch ein Hochschulzertifikat erwerben. Am Freitag letzter Woche erhielten 3 Absolventinnen des Lehrgangs 2016/17 ihr Hochschulzertifikat. Die Ausbildung fand an insgesamt 15 Wochenenden (Freitagen und Samstagen) sowie in Hospitationen, Intervisionen und Supervisionen statt (insgesamt 220 Stunden). Die Themenvielfalt und Qualität der Arbeiten war wieder beeindruckend, z.B.

  • Wirtschaftsmediation bei der Arbeitsmarktintegration von Migranten
  • Rolle der Mediation im Feld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
  • Mediation bei Gewalt in Pflegebetrieben

Der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung wurde mit Übergabe der Hochschul-Zertifikate bescheinigt. Das Foto zeigt von rechts Andreas Schmitz, Bianca Engelmann, RAin Hedda von Berg und Ausbildungsleiter Prof. Dr. iur. Thomas Trenczek.