ADR-News

Neue Ausbildungskurse Mediation – Jetzt anmelden!

Jetzt anmelden – Frühbucherrabatt!

Grundkurs Mediation und Konfliktschlichtung 2017/18 (Beginn 11.08.2017)

  • 8 Seminarblöcke sowie Hospitationen, Supervision und Intervision mit einem Gesamtumfang von insg. 130 Stunden im Zeitraum von August 2017 bis Juni 2018. Der Kurs entspricht den Standards nach §§ 5 f. MediationsG und der ZMediatAusbV sowie den Ausbildungserfordernissen für Rechtsanwälte (§ 7a BORA) und für Steuerberater (§ 57 StBerG) sowie als erster Teil einer Vollausbildung zum/r Mediator*in nach den Standards des Bundesverbandes Mediation (BM) und des Bundesverbands Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt (BMWA). → Weitere Informationen, Programm und Anmeldeformular.

Aufbaukurs Mediation und Konfliktmanagement 2017/18 (Beginn 25.08.2017)

  • 6 Seminarblöcke sowie Supervision, Intervision und Hospitation mit einem Gesamtumfang von insg. 95 Std. (Zeitstunden 60 min) im Zeitraum von 25.08.2017 bis 28.04.2018. Der Kurs orientiert sich (aufbauend auf dem Grundkurs) an den inhaltlichen Standards und Zertifizierungsvoraussetzungen des Bundesverbandes Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt (BMWA) und des Bundesverbandes Mediation (BM) → Weitere Informationen, Programm und Anmeldeformular.

RTMKM lobt Mediationspreis für Rechtsanwaltskanzleien aus

Der Round Table Mediation und Konfliktmanagement der deutschen Wirtschaft e.V. (RTMKM) lobt erstmalig einen Preis (Ehrenpreis) für  EXZELLENZ IN MEDIATION UND KONFLIKTMANAGEMENTaus. Die Auslobung richtet sich an Rechtsanwaltskanzleien, die sich im Bereich der Konfliktbearbeitung besonders nachhaltig engagieren. Ausgezeichnet wird diejenige Anwaltskanzlei unter den Bewerbern mit dem ausgereiftesten Dienstleistungsangebot im Bereich Mediation und Konfliktmanagement. Die Schirmherrschaft über diese Initiative hat Bundesjustizminister Heiko Maas übernommen. Weitere Informationen → auf der Internetseite des RTMKM.

Konfliktmanagement deutscher Unternehmen hat sich schrittweise professionalisiert

Das Institut für Konfliktmanagement (IKM) an der Europa-Universität Viadrina hat unlängst seine in Kooperation mit PricewaterhouseCoopers durchgeführte Studie ‘Konfliktmanagement in der deutschen Wirtschaft – Entwicklungen eines Jahrzehnts’ veröffentlicht. Danach habe sich das Konfliktmanagement deutscher Unternehmen in den letzten 10 Jahren Stück für Stück professionalisiert. Zwar sei eine “Revolution” in Sachen ADR und Mediation bislang ausgeblieben und manche Initiativen nicht besonders nachhaltig. Insgesamt könne man aber von einer evolutionären Entwicklung feststellen, für die insb. der → Round Table Mediation und KM in der deutschen Wirtschaft unverzichtbare Arbeit leiste.  Die ausführliche Dokumentation der Studie finden Sie → hier . Mit dieser fünften Studie findet das im deutschsprachigen Raum bislang einzigartige Langzeit-Forschungsprojekt seinen Abschluss. Ein Überblick und Downloads zur gesamten Studienreihe finden Sie auf der Seite des Instituts für Konfliktmanagement an der Viadrina.

Ausbildungsverordnung für zertifizierte Mediatoren erlassen!

Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz hat am 21.08.2016 die Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren (Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung – ZMediatAusbV) erlassen (veröffentlicht am 31.08.2016 im Bundesgesetzblatt, Teil  I, Nr. 42). Sie regelt insb. die (quantitativen und qualitativen) Mindeststandards der Aus- und Fortbildung von (zertifizierten) Mediatoren. Als zertifizierter Mediator darf sich nur bezeichnen, wer eine entsprechende Ausbildung absolviert hat. Die ZMediatAusbV tritt allerdings erst am 1.September 2017 in Kraft und erst ab dann darf die Bezeichung “Zertifizierte/r Mediator*in” verwendet werden – vorausgesetzt, die Bedingungen werden tatsächlich auch erfüllt. Für bereits ausgebildete Mediatoren wurden in § 7 ZMediatAusbV Übergangsbestimmungen geschaffen.

Wie bereits in dem im Januar 2014 vorgegelegten Entwurf ist nach § 2 Abs. 4 ZMediatAusbV eine Ausbildung im Umfang von 120 Zeitstunden erforderlich. Gegenüber der Entwurfsfassung enthält die nun veröffentlichte ZMediatAusbV aber einige wesentliche Konkretisierungen und Änderungen: So präzisiert der jetzige Verordnungstext den Umfang des Ausbildungslehrgangs auf mindestens „120 Präsenzzeitstunden“. Die Ausbildung kann deshalb nicht durch ein Selbststudium durchgeführt werden. Notwendig ist die Ausbildung in einer Ausbildungseinrichtung nach § 5 ZMediatAusbV unter Anleitung eines entsprechenden Lehrtrainers/Ausbilders.

Zudem setzt sich die Ausbildung zum zertifizierten Mediator nach § 2 Abs. 1 ZMediatAusbV zusammen aus einem Ausbildungslehrgang und einer (Einzel-)Supervision. Nach § 2 Abs. 5 ZMediatAusbV müssen Ausbildungsteilnehmer während des Ausbildungslehrgangs oder innerhalb eines Jahres nach dessen Beendigung an einer Einzelsupervision im Anschluss an eine als Mediator oder Co-Mediator durchgeführte Mediation teilgenommen haben. Damit soll offenbar ein Transfer von Ausbildung in die Praxis sichergestellt werden.  Die Bescheinigung darf von der Ausbildungseinrichtung erst ausgestellt werden, wenn der Ausbildungslehrgang nebst Einzelsupervision durchgeführt wurde (§ 2 Abs. 6 ZMediatAusbV). Damit sind sowohl die Durchführung eines praktischen Mediationsverfahrens als auch die Teilnahme an einer Einzelsupervision notwendige Voraussetzung für die Zertifizierung. Zwar müssen alle Ausbildungsgänge nach den Kriterien der Bundesfachverbände (BMWABMWA Standards 2016, BAFM, BM und DGM) über eine die Ausbildung begleitende Supervision verfügen. In der Regel beschränken sich die Ausbildungsangebote in Deutschland aber im Übrigen auf Schulungen ohne Praxisanbindung, nur wenige Anbieter verfügen über die Möglichkeiten, schon während der Ausbildung z.B. über eine Hospitation bei erfahrenen Mediator*innen (vgl. das Angebot von SIMK und Waage Hannover) einen Einstieg in die Praxis zu unterstützen.

Die Regelung zum Umfang der Fortbildungspflichten  wurde geändert: Anstatt 20 Zeitstunden in zwei Jahren sieht die Verordnung jetzt 40 Zeitstunden in vier Jahren vor (§ 3 Abs. 1 ZMediatAusbV). Die Besonderheit ist auch hier die Verknüpfung von Erfahrungsanforderungen und Supervision. Nach § 4 ZMediatAusbV müssen Mediator *innen nach Abschluss ihrer Ausbildung zur/m zertifizierten Mediator*in  innerhalb von 2 Jahren im Anschluss eines durchgeführten praktischen Mediationsverfahrens mindestens viermal an einer Einzelsupervision teilnehmen.

Sinn und Zweck der Regelung einer “Einzelsupervision” kann wohl nur sein, dass ein von dem/r Mediator*in selbst (zumindest in Co-Mediation) mediierter und im Rahmen der Supervision vorgestellter Fall supervidiert wird. Ob dabei noch andere Teilnehmer*innen (z.B. der Ausbildungsgruppe) anwesend sind, ist für den Einzelsupervisanten unschädlich, wobei im Hinblick auf diese anderen Supervisionsteilnehmer*innen freilich keine Einzelsupervision i.S.d. §§ 2 Abs. 5 bzw. § 4  ZMediatAusbV stattfindet und deshalb keine solche Bescheinigung ausgestellt werden darf.  Vielmehr müssten auch diese im Rahmen der (dann länger dauernden) Supervision einen eigenen Fall vorstellen und supervidieren lassen. Darüber hinaus ist nicht ausdrücklich geregelt, welche zeitilichen oder qualitativen Anforderungen an die Supervision gestellt werden. Nach § 2 Abs. 6 Nr. 6 und § 4 Abs. 2 Nr. 4  ZMediatAusbV ist insoweit nur Name und Adresse des/r Supervisor*in anzugeben. Über welche Qualifikationen diese/r verfügen muss, sagt die Verordnung nichts aus.

Verzichtet wurde vom Bundesjustizministerium auch darauf,  ein hoheitliches Überprüfungsverfahren zur Einhaltung der vorgegebenen Standards vorzusehen bzw. eine kontrollierende Institution zu etablieren. Insoweit stehen die Bundesfachverbände weiterhin vor der Aufgabe, nicht nur ihre über die in der ZMediatAusbV formulierten Mindeststandards hinausreichenden Qualitätsstandards für eine angemessene Mediationsausbildung (insb. Umfang von mindestens 200 Std.) hervorzuheben (zu dem entsprechenden → Qualifikationsniveau A+), sondern daran anschließend ggf.  auch eine gemeinsame Institution zur fachlichen Überprüfung der Standards sowie damit verbunden ein Beschwerde- bzw. Ombudssystem für (unzufriedene) Klient*innen einzurichten (→ zu einer entsprechenden Einrichtung der niederländische Mediatorenvereinigung).

Sie finden den Text der Verordnung sowie weitere Gesetzesmaterialien zur Mediation unter der Rubrik → Arbeitshilfen.

Brexit und grenzüberschreitende Mediation

(Den nachfolgen Beitrag hat unsere Kooperationspartnerin Prof. Dr. Nadja Alexander verfasst)

In the aftermath of the Brexit vote and the appointment of Theresa May as England’s Prime Minister, there are many things to think about and there will be much to negotiate. While some commentators anticipate a U-turn on Brexit, Theresa May has made it clear that “Brexit means Brexit” – whatever that means.
In this post, I want to pay attention to cross-border mediation within the EU and, in particular, the impact Brexit may have on how London is perceived as a venue for cross-border mediation within the EU.

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Was Konflikte kosten

Was Konflikte kosten

Nicht bearbeitete Konflikte kostet viel Geld, nicht nur die offensichtlichen Ausgaben für Rechtsanwälte und Gerichtskosten. Viel schwerer als diese direkten, durch reale Auszahlungsströme verursachten Kosten schlagen die sog. Opportunitätskosten (d.h. entgangene Erlöse durch Nicht-Nutzung von Möglichkeiten) zu Buche sowie – insb. in Unternehmen und Organisationen – die Reibungsverluste und Abstrahleffekte (z.B. Personaleinsatz zur Vorbereitung streitiger Verfahren; mangelnde Abstimmungsprozese zwischen Mitarbeitern im Konflikt; Fehlzeiten durch Krankheit) sowie Folgeschäden für das Unternehmen (z.B. Fluktuation von Mitarbeitenden, Kündigungen bzw. Belastung der Kunden- und Geschäftsbeziehungen).

Vorausschauend und zukunftssicher agierende Unternehmen sind an einer realistischen Vermessung der Konfliktkosten interessiert, gestalten den Zugang zu einem professionellen Konfliktmanagement durch interne wie externe Berater/Mediatoren und schulen ihre Führungskräfte in den Grundlagen einer angemessenen (Unternehmens-)Konfliktkultur .

Wir verweisen hierzu auf die Beiträge von Detlev Berning (Kosten nicht bearbeiteter Konflikte) und Ulrich Hagel (Kosten und Nutzen der Mediation bei Konflikten zwischen Unternehmen) in unserem → Handbuch Mediation und Konfliktmanagement

sowie auf einen unlängst erschienen Beitrag der online-Reaktion von detektor.fm → weiter lesen