Author Archives: Thomas Trenczek

Restorative Justice, Mediation und Täter-Opfer-Ausgleich im Jugendbereich – Votrag auf dem 33. Deutschen Jugendgerichtstag

In den nächsten Tagen, vom 24. bis 27. September 2026 findet an der Universität Kassel der 33. Deutsche Jugendgerichtstag unter dem Titel „jugend(ge)recht“ statt, auf dem ich den Vortrag „Restorative Justice, Mediation und Täter-Opfer-Ausgleich im Jugendbereich“ halten, mit den Teilnehmer:innen des Arbeitskreises diskutieren und sie im Hinblick auf die gesetzlichen Regelungen fachlichen (Mindest-)Standards beraten werde.
Ich feue mich auf alle Kolleg:innen, die ich in Kassel teffen werde!

Der Titel des Jugendgerichtstags lenkt den Blick insgesamt sowohl auf rechtliche Fragen des Jugendrechts (sowohl Jugendstraf- wie Jugendhilferechts) als auch auf die Forderung nach mehr Gerechtigkeit für und aus Perspektive junger Menschen. Wie jugendliches Verhalten verstanden, begleitet und rechtlich bewertet wird – und wie dabei Augenhöhe, Teilhabe und Verhältnismäßigkeit gesichert werden können – steht im Zentrum der Diskussion.

Erwartet werden Teilnehmende aus Justiz, Sozialer Arbeit, Polizei, Jugendstrafvollzug und Wissenschaft. In Arbeitskreisen und Vorträgen werden Themen aus den Bereichen Jugendkriminalität, Jugend(straf)recht und Jugendhilfe aufgegriffen – stets mit dem Ziel, einen gerechten und verantwortungsvollen Umgang mit straffällig gewordenen jungen Menschen zu fördern.

 

 

Supervisorische Praxisreflexion und Weiterbildung

Supervisorische Praxisreflexion und Weiterbildung für BMWA-Mediator*innen: Prof. Trenczek veranstaltet für die SIMK- und BMWA-zertifizierten Mediatoren idR 4-6 mal im Jahr eine supervisorische Fall- und Praxisreflexion/interne Fortbildung. Bei Interesse können sich BMWA-zertifzierte Mediatoren an Prof. Trenczek wenden. Die Treffen 2026 finden am

  • Fr. 23.01.2026
  • Die. 14.04.2026
  • Fr. 05.06.2026
  • Die. 04.08.2026
  • Die. 22.09.2026

grds. jeweils von 16.00 – 18.00 Uhr statt (z.T. online über Videokonferenz). Weitere Termine für die zweite Jahreshälfte 2026 werden im Laufe des Jahres eingestellt.

Der Teilnehmer*innenkreis ist auf maximal 8 Personen begrenzt. Eine Anmeldung ist nur via Email (mit vollständigen Kontaktdaten) möglich und erforderlich, da nur angemeldete Personen den Zugangslink (BBB) zugesandt bekommen.

 

 

18.06.2026 – Tag der Mediation

Der Tag der Mediation wurde mit der „Wiener Erklärung“ ins Leben gerufen, an der Prof. Trenczek mitgewirkt hatte. Am 18. Juni 2013 trafen sich die großen deutschsprachigen Mediationsverbände in Wien und beschlossen fortan jeden 18. Juni als Tag der Mediation zu feiern:

„Die Mediationsverbände des deutschsprachigen Raumes beschließen in ihrem Bestreben zur Verbreitung der Mediation künftig noch enger zusammenzuarbeiten. Dazu werden sich die Vorstände regelmäßig treffen, um gemeinsame Maßnahmen abzustimmen. Wir erklären den 18. Juni zum Tag der Mediation! Alle Mediationsorganisationen werden eingeladen an diesem Tag Aktionen zur Förderung der Mediation durchzuführen.“

Die Bekanntheit von Mediation in der Öffentlichkeit zu steigern, ist das erklärte Ziel des internationalen Tags der Mediation. Wenn Sie weitere Informationen über das Mediationsverfahren erhalten, einen Schnupperkurs oder eine in-house Mediationsausbildung für Ihre Mitarbeitenden anbieten wollen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Weitere Informationen zum Tag der Mediation 2026 finden Sie → hier über die Internetseiten der Mediationsverbände

Erste Informationen über das Mediationsverfahren und entsprechende Arbeitshilfen finden Sie auch auf dieser Internetseite unter

Verfahren und Methoden

Arbeitshilfen

Prof. Trenczek ist Mitglied des ÖBM und Lehrtriner des BMWA sowie
eingetragener Mediator beim Bundesministerium der Justiz, Wien; acc. Mediator AMDRAS, Australien.

Frankfurter Kommentar zum SGB VIII – Neuauflage (mit Kommentierung der Regelungen zum Mediationsgesetz)

Das Warten hat ein Ende. Endlich ist die neue (10.) Auflage des von Johannes Münder, Thomas Meysen und mir herausgegebenen Frankfurter Kommentars erhältlich, in dem auch die relevanten Regelungen zur Mediation in Familien- sowie strafrechtlich relevanten Konflikten kommentiert werden.

Frankfurter Kommentar SGB VIII
Kinder- und Jugendhilfe – Kommentar
Herausgegeben von Prof. em. Dr. Johannes Münder,
Dr. Thomas Meysen und Prof. Dr. Thomas Trenczek, M.A.
10. Auflage 2026, ca. 1.250 S., geb., ca. 89,– €
ISBN 978-3-7560-3025-5
als Print oder via Beck-online

Flyer 

 

Der „Frankfurter Kommentar“ ist meinungsprägend für die Praxis der Kinder- und Jugendhilfe – nicht nur in der Erläuterung der Regelungen im SGB VIII, sondern insbesondere auch an den Schnittstellen zum jugend- und familiengerichtlichen Verfahren und zu anderen Sozialleistungssystemen.
Die 10. Auflage berücksichtigt
■ die Neuregelungen durch das Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und
Jugendlichen (UBSKM-Gesetz), das die neuen Aufgaben der Aufarbeitung und Fallanalysen samt Finanzierungs- und
Datenschutzgrundlagen eingeführt hat
■ die erste Rechtspraxis zum Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) und zur Vormundschaftsreform sowie
■ neueste Entwicklungen insbesondere zu den Themen junge Menschen mit Behinderungen, Kinderschutz/Inobhutnahme,
Hilfeplanung, Sozialdatenschutz, Finanzierung sowie örtliche Zuständigkeit/Kostenerstattung.
Die Neuauflage kommentiert alle wichtigen neuen Gerichtsurteile, die aktuelle Behördenpraxis sowie sämtliche Änderungen der 20. Legislaturperiode.

Im Hinblick auf die Mediation & Konfliktmanagement einschlägig sind insb. die Kommentierung der rechtlichen Regelungen im Arbeitsfeld

  • Familienmediation (§ 17 Rn. 40 ff., § 50 Rn. 38, § 50-Anhang/familiengerichtliches Verfahren Rn. 17 ff. ) sowie
  • Mediation in strafrechtlich relevanten Konflikten/Restorative Justice  (§ 52 Rn. 46 f.)

 

Restorative Justice aus viktimologischer Perspektive

Produktbild: Handbuch Viktimologie

Demnächst erscheint im von Gina Rosa Wollinger und Ulrike Zähringer herausgegebenen Handbuch Viktimologie– Theoretische Grundlagen, empirische Befunde und rechtliche Praxis (Wiesbaden 2026; ISBN 78-3-658-48466-8) mein Beitrag Restorative Justice aus viktimologischer Perspektive (S. 1177 – 1196). (doi.org/10.1007/978-3-658-48467-5).

In diesem Beitrag werden (1.) die (begrifflichen, historischen, konzeptionellen) Wurzeln sowie (2.) die Wesenselemente der mittlerweile in der westlichen Hemisphäre praktizierten Restorative Justice-Ansatzes (RJ) beschrieben. Im Hinblick auf die Opferbedürfnisse und Resultate der RJ-Projekte werden die empirischen Erkenntnisse im 3. Abschnitt kurz zusammengefasst, bevor unter 4. der Blick auf einige wichtige rechtliche Regelungen geworfen wird. Letztlich (5.) geht es um die Frage, ob Restorative Justice tatsächlich ein neues, Opferinteressen hinreichend berücksichtigendes Konfliktregelungsparadigma darstellt.

Kritisch betrachtet wird in diesem Beitrag die mitunter „falsch verstandene“ Gemeinwesenorientierung bzw. die Instrumentalisierung der Opfer in sog. RJ-Projekten, in denen entgegen der auf Balance zwischen Opfern und Beschuldigten ausgelegten RJ-Grundkonzeption, die Interessen der Opfer gegenüber denen des Gemeinwesens hintangestellt werden. Opfer kommen in diesen Konzeptionen eher funktional oder gar nicht vor; manche Verfahren, Instrumente oder gar Sanktionen (community service, compensation orders, paying money to a charity organization) werden als „restorative“ apostrophiert, unabhängig davon, ob die Einbeziehung der Deliktsopfer konzeptionell vorgesehen ist. Dabei werden „restorative justice“- und „community justice“-Ansätze vermischt und die begrifflichen und konzeptionellen Unterschiede zwischen Restorative Justice und Community Justice  nicht immer hinreichend beachtet

 

Mediation und RJ down under

Zum 5. Mal nach 2001/02, 2006, 2011/12 und 2017 war ich von Okt – Dez. 2025 für längere Zeit down under
und habe meine Kontakte und mein Wissen über ADR und Mediation in Australien aufgefrischt und über die Entwicklung der Mediation
und von Restorative Justice in Deutschland berichten dürfen.
Vielen Dank für die Organisation und den fachlichen Austausch insb. an

Dr. Peter Johnstone und die (ehem.) Kolleg:innen aus der Dispute Resolution Branch in Brisbane, Queensland,

an Prof. Dr. Jeff Giddings, School of Law/Law Clinic, Monash University, Melbourne sowie

Dr. Serge Loode, Director of Peace and Conflict Studies Australia – PaCSIA
und Peacemaking Officer im Neighbourhood Justice Centre (NJC) in the City of Yarra/Victoria (einer der ältesten Stadtteile der Metropole
 Melbourne) und seinen Kolleg:innen am NJC.


Vielen Dank auch an die Teilnehmer:innen meines Restorative Justice Seminars für die vielen, kundigen Fragen und große Diskussionsbereitschaft.

 

 

 

 

 

 

Prof. Trenczek ist das 4. Quartal 2025 zu einem Forschungsaufenthalt in Australien. Anfragen werden deshalb nicht in der gewohnten Schnelligkeit beantwortet.
Substantielle Anfragen wegen neuer Mediationsverfahren werden ggf. an die SIMK-Mediator:innen und -Kooperationspartner weitergeleitet.

Wer über die Thema ADR, RJ und Mediation hinaus an Reiseberichten von Down under interessiert ist, möge → hier nachlesen.

Neue Regelungen zur alternativen Streitbeilegung in Frankreich

Durch auf dem Verordnungswege (nicht per Gesetz) seit dem 1.9.2025 geltende Regegelungen wandelt sich das gerichtliche Verfahren in Frnkreich von der trditionellen Standardoption zu einer von mehreren Möglichkeiten der Konfliktregelung im Zivilrecht. Das Ferichtsverfahren soll zur ultima ratio der Konfliktregelung werden. Die wichtigsten Säulen der Reform sind die Neukodifikation der alternativen Konfliktlösung (AKL) in einem neuen Buch der französischen Zivilprozessordnung (Code de procédure civile – CPC), die Stärkung der richterlichen Lotsenfunktion in Richtung der einvernehmlichen Streitbeilegung und die Integration der einvernehmlichen Streitbeilegung in das zivilprozessuale Verfahren. Einen ausführlichen Beitrag von Dr. Martin Zwickel „Ein neues Kapitel für den französischen Zivilprozess: Vorrang für die einvernehmliche Streitbeilegung“ finden Sie in der in ZKM 6/2025 sowie in seinem Blogbeitrag der Centrale für Mediation (Otto Schmidt Verlag).

Quelle: Centrale für Mediation (Otto Schmidt Verlag) 12.12.2025