Zertifizierter Mediator / eingetragener Mediator

Im Hinblick auf die Bezeichnung „zertifizierte Mediator“ haben sich nach Inkrafttreten des deutschen Mediationsgesetzes (MediationsG) erhebliche Unsicherheiten und Verwirrungen ergeben, sowohl bei Mediationsanbietern als auch bei interessierten Mediationskunden. Da die Rechtsverordnung (RVO) zu § 6 Mediationsgesetz noch nicht erlassen ist und auch noch offen ist, wann das der Fall sein wird, kann und darf zum derzeitigen Stand die durch §§ 5 f. MediationsG geschützte Bezeichnung „Zertifizierter Mediator“ noch nicht geführt werden. Insoweit kann und dürfen sich Mediatoren auch noch nicht mit dieser Bezeichnung listen oder in Suchportalen registrieren lassen.

Etwas anderes gilt für die vom österreichischen Bundesministerium, Wien, nach dem österreichischen Zivilrechtsmediationsgesetz (ZivMediatG) aufgrund weitaus höheren Anforderungen vergebene Bezeichnung „eingetragener Mediator„. Diese Mediatoren sind sogar gesetzlich verpflichtet, bei Ausübung der Mediation die Bezeichnung „eingetragener Mediator“ zu führen (§ 15 Abs. 2 Nr. 1 ZivMediatG)

Gerade im Hinblick auf komplexe Konflikte, insb. in Familien, Unternehmen und Organisationen, kann nur ein höchstes Qualifikations- und Erfahrungsniveau die Anforderungen und Erwartungen der Konfliktparteien in die Mediation zufrieden stellen. Es gibt freilich – ungeachtet der künftig eingeführten Kategorie „zertifizierter Mediator“ – bereits jetzt eine durch die Zertifizierung nach den Standards der Fachverbände nachgewiesenes Qualifikationsniveau A+, das die Anforderungen, die an den „zertifizierten Mediator“ gestellt werden, bei Weitem übertrifft (u.a. mind. 200 Std. Ausbildung mit spezifischen Lehrinhalten und Übungsformen, Praxisnachweis und Abschlusskolloquium). Das gilt insb. für die vom BMWA durchgeführte Zertifizierung als Wirtschaftsmediator BMWA® oder gar Lehrtrainer BMWA®, die zudem einer fortlaufenden Überprüfung (Zertifizierungserhalt aufgrund von entsprechenden Fortbildungsnachweisen) unterliegen.