Dauer und Kosten

Auch wenn ein Mediationsverfahren schnell begonnen und damit zeitnah eine Lösung gefunden werden kann (anders ist das bei einem Gerichtsverfahren, dieses benötigt ein gewissen Vorlauf von i.d.R. mehreren Monaten, s.u.), lassen sich gute, nachhaltige Lösungen nicht “über´s Knie brechen”. Die Dauer eines Mediationsverfahrens richtet sich nach der Art und dem Umfang des Konflikts. Manchmal reicht eine Kurzmediation von wenigen Stunden, die an einem Tag abgeschlossen werden kann. In den meisten Konflikten/Verfahren sind allerdings mehrere Sitzungen erforderlich. Die Dauer einer Mediationssitzung beträgt dann in der Regel 1½ – 2 Stunden; mitunter werden Tagestermine vereinbart.

Mediatoren müssen besonders geschult (mind. 200 Std. Zusatzausbildung gemäß den Zertifizierungsrichtlinien der Fachverbände BAFM, BM und BMWA) und erfahren sein. Hierfür ist eine angemessene Honorierung selbstverständlich. Die Kosten des Mediationsverfahrens differieren in den verschiedenen Arbeitsfeldern (i.d.R. ist eine Mediation in Familiensachen günstiger als eine Wirtschaftsmediation) und nach der Expertise der Mediatoren und werden i.d.R. nach dem Zeitaufwand berechnet. Sie betragen bei gut ausgebildeten, erfahrenen und einer laufenden Qualitätskontrolle (z.B. des BMWA) unterliegenden Mediatoren pro Zeitstunde i.d.R. zwischen € 150.- und 350.- (zzgl. gesetzliche Umsatzsteuer). Mediation ist (ihren) preiswert (und nie umsonst). Fragen Sie einfach nach – mit Sicherheit ist eine Mediation kostengünstiger als ein langer gerichtlicher Streit mit unsicherem Ausgang.

Die Verfahrensdauer bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung beträgt bei einer Instanz durchschnittlich 3 – 9 Monate, bei einer daraufhin eingelegten Berufung insgesamt 1 – 1,5 Jahre, ein langer Zeitraum, in der die Parteien mit der Ungewissheit des Ausgangs leben müssen. Die direkten Kosten eines solchen Gerichtsverfahrens durch Anwalts- und Gerichtsgebühren betragen in aller Regel ein Vielfaches der Kosten für die Hinzuziehung eines Mediators (vgl. den Prozesskostenrechner von RiOLG Franz Dimbeck; vgl. auch Hagel in Trenczek et al. Handbuch Mediation und Konfliktmanagement 2013 Kap. 2.16).

Nicht berechnet sind hierbei die mittelbaren Kosten, die ein Gerichtsverfahren verursacht, sei es durch die emotionale Belastung oder die Bindung von Ressourcen zur Vorbereitung und Durchführung einer gerichtlichen Auseinandersetzung (z.B. durch Sammeln und Sichten der gerichtsverwertbaren Informationen, Besprechungen mit Mitarbeitern und Anwälten). Demgegenüber können auch hoch komplexe Streitfragen im Rahmen einer Mediation schon im Hinblick auf das Verfahren selbstbestimmt und planungssicher (individuell abgestimmte Zeit- und Ortswahl) in einer überschaubaren Zeit bearbeitet sowie umfassend und nachhaltig (ohne Folgekonflikte oder weitere Instanzen) geregelt werden.

Prof. Trenczek und das SIMK leisten vielfältige pro bono Tätigkeit für soziale und gemeinnützige Einrichtungen und Aufgaben.